Das Deutsche Stickmuster-Museum Celle

 

Auf den Hinweis einer Bekannten hin, bin ich am Samstag, den 30. Juni 2012 nach Celle gefahren, bewaffnet mit einem Niedersachsen-Ticket und einem Stadtplan aus dem Internet...
Nach 4 Stunden Zugfahrt über Bremen und Hannover, und einem ca. eine Stunde dauernden gemütlichen Spaziergang kam ich schließlich an:
 
 
In einem wunderschönen Rokoko-Palais sind dort auf über 200 m2  die vom Ehepaar Connemann liebevoll gesammelten Stickmuster aus aller Welt ausgestellt. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Museums.
 
Schon von außen strahlt das Gebäude etwas Altes, Schönes (Ernstes?)aus.
Ein Klingelknopf am Eingang, eine nette Dame, die mich freundlich begrüßte, 3 € Eintritt in Empfang nahm und mir eine Lupe in die Hand drückte, und dann war ich am Ziel meiner Reise:
 
 
Auf der Internetseite des Deutschen Stickmuster-Museums hatte ich mich schon im Vorfeld informiert,
aber meine Erwartungen wurden weit übertroffen.
 
Das war eine echte Herausforderung für meine alte Olympus Kamera.
Die Fotos sind leider alle etwas unscharf und gelblich geworden, da kein Tageslicht in die Räume kommt, um die Stoffe vor dem Ausbleichen zu schützen.
 
 
Zum Teil in schönen alten Rahmen an den Wänden und in vielen Vitrinen gibt es die Handarbeiten aus mehreren Jahrhunderten zu sehen und bestaunen  -   dieses Büchlein von 1545 z.B.
 
 
 
 
 
der Pfau war wohl früher ein beliebtes Muster, deshalb wurde er als Logo ausgewählt
 
 
biblische Themen sind sehr häufig anzutreffen
 
 
und jede Menge Alphabete
 
 
 
 
 
ganze Landschaften mit winzigen Kreuzstichen  
 
 
ein niedliches Bildchen wie aus dem Poesiealbum anmutend
 
 
Einige der Muster kamen mir bekannt vor, wie z..B. die Sterne, da ich ein paar alte Bücher über Handarbeiten besitze.
Aber hier ist mir erstmals bewusst geworden, was für einem uralten Hobby ich nachgehe.
 
 
 
erstaunt war ich, als ich diese glänzenden Pailetten sah, woraus mögen die hergestellt sein?
 
 
 
ein uralter Stickrahmen, sieht aus wie neu aus dem Laden, das Bild was dort eingespannt ist,
gibt es am Eingang als fertiges Muster zu kaufen
 
 
 
 
Taschentücher aus Spanien, so filigran gearbeitet
 
 
 
hier kann man deutlich erkennen, wie hoch die Räume sind, (das kleine Bild links ist etwa in Augenhöhe) so wundervoll geschmückt waren damals die Kirchen
 
 
Mustertücher aus aller Welt sind hier zu finden
 
 
 
sogar eine gestickte Landkarte von England
 
 
Hemden-Ausschnitte und Knopflöcher wurden kunstvoll verziert
 
 
 
dies kleine Tuch ist mir besonders aufgefallen, es ist aus der Schweiz und nicht ganz DIN A 4 groß  -  diese winzigen Ornamente auf dem dünnen Stoff, da kann ich nur den imaginären Hut ziehen! 
 
Mittels Textkärtchen werden zu vielen Arbeiten Hinweise gegeben, über die Herkunft oder wie sie im Museum gelandet sind.
 
 
  
Die Atmosphäre in den Räumen ist einzigartig. Glatter Holzfußboden, vertäfelte hohe Wände, etwas kühl gehalten, das muß man einfach erlebt haben, das kann ich nicht in klare Worte fassen.
 
 
 
Ich hätte noch viel mehr Fotos machen können, wenn ich darauf geachtet hätte, daß der Akku meiner Kamera nicht voll geladen war...
 
Wenn ich bedenke, dass all diese Kostbarkeiten aus Stoff und Garn teilweise unbeschadet die Jahrhunderte überstanden haben – da habe ich mir mal Gedanken über den heutigen Umgang mit Textilien gemacht...
 
Und ich werde diesen Ausflug auf jeden Fall wiederholen.
 
DANKE Monika - für diesen tollen Tip!!!
 
Nachtrag
Leider habe ich erfahren, dass das Museum inzwischen geschlossen wurde - sehr sehr schade!!!